amg-tirol
Tiroler Arbeitsmarktförderungsgesellschaft m.b.H. Aktivitäten 2024Inhaltsverzeichnis
Die amg-tirol ist eine gemeinnützige GesmbH, die als Koordinations-, Kontakt- und Anlaufstelle für alle Einrichtungen am Tiroler Arbeitsmarkt fungiert und die operative Abwicklung von arbeitsmarktpolitischen Initiativen übernimmt.
Das Jahr 2024 war für die amg-tirol ein herausforderndes und zugleich richtungsweisendes Jahr. Der Tiroler Arbeitsmarkt war von Spannungsfeldern geprägt: Einer moderaten Zunahme der Arbeitslosigkeit stand ein weiterhin hoher Fachkräftemangel gegenüber. Strukturelle Veränderungen und Transformationsprozesse machten deutlich, wie komplex die aktuellen arbeitsmarktpolitischen Anforderungen sind.
Vor diesem Hintergrund war es mir besonders wichtig, dass die amg-tirol ihre Rolle als koordinierende und gestaltende Akteurin im Tiroler Arbeitsmarktsystem klar wahrnimmt. Die Koordination arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen, die Unterstützung von Qualifizierungsprozessen sowie eine niederschwellige Bildungs- und Berufsorientierung standen dabei im Mittelpunkt. Ziel war es, Orientierung zu geben und gemeinsam mit unseren Partner*innen tragfähige und langfristig wirksame Lösungen zu entwickeln.
Ein zentraler Fokus lag auf der Sicherung und Weiterentwicklung von Fachkräften, der Unterstützung von Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt sowie der Stärkung wichtiger Übergänge – etwa zwischen Schule und Beruf oder zwischen Arbeitslosigkeit und nachhaltiger Beschäftigung.
Besondere Verantwortung brachte im Jahr 2024 auch der Wechsel in der Geschäftsführung zur Jahresmitte mit sich. In dieser Übergangsphase war es mir ein Anliegen, Stabilität zu sichern, klare Orientierung zu geben und zugleich die Weiterentwicklung der Organisation bewusst zu gestalten.
Dass die amg-tirol ihren Auftrag auch in einem herausfordernden Jahr verlässlich erfüllen konnte, ist vor allem dem großen Engagement, der hohen Professionalität und der Kooperationsbereitschaft der Mitarbeiter*innen zu verdanken. Ebenso wesentlich war die konstruktive Zusammenarbeit mit unseren Partner*innen aus Politik, Verwaltung, Sozialpartnerschaft und Bildung.
Die Herausforderungen am Arbeitsmarkt werden auch in den kommenden Jahren vielfältig bleiben. Die amg-tirol wird diesen Weg weiterhin mit fachlicher Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und in enger Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteur*innen begleiten.
Ich danke allen, die die Arbeit der amg-tirol im Jahr 2024 möglich gemacht haben, und verstehe diesen Jahresbericht als Rückblick auf ein anspruchsvolles Jahr sowie als Einladung, den Tiroler Arbeitsmarkt auch künftig gemeinsam lösungsorientiert und zukunftsgerichtet zu gestalten.
Arbeitsstiftungen Tirol
Arbeitsstiftungen sind ein sozialpartnerschaftliches Instrument, das notwendige Anpassungsprozesse infolge des Strukturwandels arbeitsmarktpolitisch unterstützt. Bei einem für Unternehmen relevanten Arbeitskräftemangel werden vorgemerkte Arbeitslose unter aktiver Einbindung aller personalaufbauenden Betriebe für schwer zu besetzende Stellen vorqualifiziert. Damit werden Unternehmen bei der Sicherung ihres künftigen Personalbedarfs unterstützt. Die Qualifizierungen orientieren sich an den konkreten Anforderungen der Betriebe und verbinden theoretische mit praktischen Ausbildungsanteilen.
Projektleitung
Mag.a Sabine Sonnweber
T 0512 56 27 91 – 605
E Sabine.Sonnweber@amg-tirol.at
Übersicht Stiftungen 2024

Outplacement in Zahlen
Eintritte 2024
Austritte 2024
Betreute Teilnehmer*innen
davon weiblich
davon männlich
Teilnehmer*innen Stand 31.12.2024
Outplacement
Personalabbauende Unternehmen können im Rahmen eines Sozialplanes die Möglichkeit einer Unternehmensstiftung anbieten. Betroffene Mitarbeiter*innen erarbeiten mit Hilfe der amg-tirol Berater*innen ihren individuellen Weiterbildungsplan. Ziel ist es, rasch wieder ein adäquates und nachhaltiges Beschäftigungsverhältnis zu erreichen. Unternehmensstiftungen können – wie die folgende Erfolgsgeschichte zeigt – vollkommen neue Wege eröffnen:
Für Alexander begann im September 2024 die Ausbildung zum Fahrradmechatroniker im Rahmen der Unternehmensstiftung Swarovski Crystal Business III. Sein erster Ausbildungstag führte ihn an die Tiroler Fachberufsschule für Wirtschaft und Technik in Kufstein. Für den ehemaligen Manager im technischen Bereich eine neue und ungewohnte Situation. Dennoch eignete er sich mit großem Interesse und Wissbegierde das notwendige Knowhow für seinen angestrebten Beruf an. Seit dem erfolgreichen Abschluss der zweiten Klasse konzentriert sich Alexander auf den Erwerb der praktischen Fähigkeiten. Die Berufsschule wird er im Feber 2026 beenden. Nach bestandener Lehrabschlussprüfung möchte Alexander wieder Manager werden, diesmal aber von seiner eigenen Fahrradwerkstatt. Alexander kann über seine bisherige Zeit in der Unternehmensstiftung nur positives berichten:
„Besonders geholfen hat mir die persönliche und vor allem individuelle Beratung. Ich hatte mit meinem Berater die Möglichkeit mich beruflich neu zu orientieren und den auf mich zugeschnitten Ausbildungsplan zu erarbeiten. Ich habe auf meine Ideen immer sehr schnelles Feedback im Hinblick auf die Sinnhaftigkeit und auch Machbarkeit erhalten. Das Stiftungsprogramm ist für mich eine einzigartige Möglichkeit auch noch in meinem Alter eine neue Richtung einzuschlagen.
Alexander beschäftigt sich auch in seiner Freizeit mit Fahrrädern | @Alexander Pranter
Implacement in Zahlen
Eintritte 2024
Austritte 2024
Betreute Teilnehmer*innen
davon weiblich
davon männlich
davon divers
Teilnehmer*innen Stand 31.12.2024
Pflegestiftung
Die Pflegestiftung Tirol hat zum Ziel, die Abstimmung zwischen Angebot und Nachfrage an Arbeitskräften im Pflegebereich zu optimieren und die Integration arbeitslos gemeldeter Menschen in den Arbeitsmarkt zu fördern. Die Teilnehmer*innen können Ausbildungen in Gesundheits- und in Sozialbetreuungsberufen absolvieren.
Die amg-tirol betreut die Auszubildenden während der gesamten Ausbildungsdauer und steht in regelmäßigem Austausch mit allen Regionalen Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice, der Landesgeschäftsstelle des Arbeitsmarktservice, mit allen Bildungsinstitutionen sowie den Tiroler Altenpflegewohnheimen, den Krankenhäusern und Sozial- und Gesundheitssprengeln sowie Behinderteneinrichtungen.
Qualifizierung nach Maß
Die Implacementstiftung Qualifizierung nach Maß (QnM-Tirol) bewirkt, dass Flexibilität hinsichtlich der Abdeckung des regionalen Arbeitskräftebedarfs in unterschiedlichen Berufsfeldern mit unterschiedlichen Zielgruppen möglich wird. Dadurch können in jeder Region Tirols zielgerichtet auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft Impulse gesetzt werden. Weitere wichtige Ziele sind die Integration von beim AMS als arbeitslos gemeldeten Personen durch arbeitsplatzgenaue, nachfrageorientierte Schulungen im Betrieb ihres zukünftigen Arbeitgebers und bei externen Bildungsträgern.
Während der gesamten Ausbildung steht den Auszubildenden und dem Unternehmen ein*e Berater*in der amg-tirol mit Rat und Tat zur Seite. Stefanie Palma, eine unserer Beraterinnen in der QnM berichtet von ihrem Arbeitsalltag:
Stefanie Palma MSc
Qualifizierung nach Maß |
@ amg-tirol/mitspieler
Vielseitige Aufgaben – kein Tag wie der andere
Ein typischer Arbeitstag als Beraterin beginnt für mich am frühen Morgen, indem ich zunächst einen Blick in meinen E-Mail-Posteingang werfe und mir einen Überblick über die heutigen Termine und Mails verschaffe. Seit gestern Abend sind wieder einige Nachrichten eingegangen, welche zeitnah zu beantworten sind: Krankmeldungen, Anwesenheitslisten, ein Betriebsunfall und eine neue Stiftungsanfrage vom AMS Kufstein – jedes Anliegen erfordert eine individuelle Begleitung, bei der als Beraterin Flexibilität, Kommunikationsstärke, Einfühlungsvermögen und Organisationstalent gefordert ist. Eine tägliche To-Do-Liste ist hier Pflicht, um einen guten Überblick über die verschiedenen Stiftungsteilnehmer*innen zu haben.
Heute Vormittag steht ein Erstgespräch mit einem neuen Interessenten an, der die verkürzte Lehre als Tischler in einem kleinen Familienbetrieb in Absam absolvieren möchte. Der Auszubildende kann seinen aktuellen Beruf aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr ausüben und möchte sich beruflich neu orientieren. Da der Betrieb schon seit langer Zeit auf der Suche nach einem Tischler ist, ergibt sich hier eine Win-Win-Situation. Um die Stiftung zeitnah zu starten, erkundige ich mich noch bei der Berufsschule, wann die Berufsschulklassen für die Lehre stattfinden. Anschließend fahre ich zur Tischlerei nach Absam, um in einem Erstgespräch die Rahmenbedingungen und den Ablauf der Stiftung zu erklären. Gemeinsam mit den Anwesenden erarbeite ich einen individuellen Bildungsplan, der auf die Bedürfnisse des Auszubildenden und des Betriebs abgestimmt ist.
Zurück im Büro sehe ich, dass eine negative Leistungsbeurteilung von der Berufsschule eingetroffen ist. Daraufhin nehme ich Kontakt mit der betroffenen Stiftungsteilnehmerin auf, um den Grund für die Mitteilung zu erfahren. Es stellte sich heraus, dass die Teilnehmerin Schwierigkeiten in Mathematik hat und dem Unterricht nicht folgen kann. Aus diesem Grund schlage ich Nachhilfe vor, welche die Teilnehmerin beim Lernen unterstützen soll.
Zwischenzeitlich geht ein Anruf von einer angehenden Mechatronikerin ein, die freudig über ihre positiv absolvierte Lehrabschlussprüfung erzählt und nun in ein Dienstverhältnis vom Lehrbetrieb übernommen wird. Ich gratuliere ihr und leite dann den Stiftungsabschluss in die Wege.
Nebenbei organisiere ich noch ein Vorpraktikum in einem Betrieb, der auf der Suche nach einem Friseur ist. Da sich weder Betrieb noch Interessent kennen, schlage ich ein zweiwöchiges „Schnuppern“ vor, um Arbeitserfahrungen zu sammeln und ein Kennenlernen zu ermöglichen.
Ein anstrengender, aber zugleich spannender Arbeitstag geht zu Ende. Für mich ist die Arbeit sinnstiftend und es ist motivierend zu sehen, wie die Teilnehmer*innen über sich hinauswachsen, Selbstvertrauen gewinnen und am Ende der Ausbildung einen neuen Beruf im Ausbildungsbetrieb ergreifen.
Elementarpädagogik
Die Implacementstiftung Elementarpädagogik Tirol bietet ausbildungsinteressierten, beim AMS gemeldeten Personen, die Möglichkeit im Rahmen der Stiftung eine Ausbildung im Bereich der Elementarpädagogik zu absolvieren. Damit wird diesen Personen ein neuer Start ins Berufsleben eröffnet. Gleichzeitig werden Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen dabei unterstützt, den Personalbedarf mit qualifiziertem Personal zu decken. Die ersten Teilnehmer*innen haben ihre Ausbildung beendet und arbeiten als Assistenzkraft. Claudia berichtet von ihren Erfahrungen …
Claudia (23) aus dem Bezirk Kufstein begann im Sommer 2024 die Ausbildung zur Assistenzkraft mit Unterstützung der Stiftung Elementarpädagogik Tirol. Ein Kindergarten im Bezirk stand Claudia während der Ausbildung als Kooperationspartner zur Seite. Dieser Kooperationspartner übernimmt einen wesentlichen Teil der praktischen Ausbildung. Claudia beendet die Ausbildung Ende Oktober 2024 positiv und arbeitet seitdem im Kooperationsbetrieb als Assistenzkraft. Claudia resümiert über ihre Zeit in der Stiftung:
„Leuchtende Augen, die dankbar sind“
„Ich habe zunächst eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau im Bereich Mode absolviert. Die Idee in der Kinderbildung und Kinderbetreuung zu arbeiten, kam nach und nach. Kinder waren immer meine Lieblingskunden. Die leuchtenden Kinderaugen, die dankbar für alles sind, stimmten mich immer zufrieden. Mit der Zeit formte sich dann der Wunsch professionell mit Kindern zu arbeiten. Ich hörte von der Möglichkeit, die Ausbildung über die Stiftung für Elementarpädagogik zu absolvieren. Meinen Kooperationspartner habe ich schnell gefunden und dieser erklärte sich bereit, den Ausbildungsweg mit mir zu gehen. Die Unterstützung durch die Stiftung war sehr hilfreich. Ich konnte meine Beraterin jederzeit kontaktieren und auch eine Lernbegleitung wäre möglich gewesen. Die Arbeit mit den Kindern bereitet mir großen Spaß und mein Kooperationsbetrieb ist ein toller Arbeitsplatz.“
Dank der Stiftung Elementarpädagogik Tirol war es Claudia möglich, die Ausbildung zur Assistenzkraft zu absolvieren. Die Elementarpädagogik Tirol bietet nicht nur Betreuungsangebote vor und während der Ausbildung, sondern beinhaltet auch in Kooperation mit dem AMS finanzielle Sicherheit.
Koordination
Der Bereich Koordination der amg-tirol ist die Koordinierungsstelle des Beschäftigungspaktes Tirol und wurde im Auftrag des Landes Tirol mit der Umsetzung der Strategie für den „Arbeitsmarkt Tirol 2030“ betraut.
Zudem sind die Deutschkurskoordination Tirol sowie die inhaltliche und technische ESF-Unterstützung Schwerpunkte des Bereichs, die ebenfalls im Auftrag des Landes Tirol umgesetzt werden.
Projektleitung Strategie „Arbeitsmarkt Tirol 2030“ | ESF
Lisa Kozjak, BA MA
T 0512 56 27 91 – 220
E lisa.kozjak@amg-tirol.at
Projektleitung Deutschkurskoordination
Lisa Heinrich, BA MA
T 0512 56 27 91 – 221
E lisa.heinrich@amg-tirol.at
Strategie für den „Arbeitsmarkt Tirol 2030“
Mit Frühjahr 2023 wurde die Umsetzungsstruktur der Strategie für den „Arbeitsmarkt Tirol 2030“ durch die Arbeitsmarktplattform, das höchste politische Gremium der Tiroler Arbeitsmarktpolitik, beschlossen. Die Strategie für den „Arbeitsmarkt Tirol 2030“ wurde im Rahmen eines mehrmonatigen, kooperativ-partnerschaftlichen und von der amg-tirol koordinierten Erstellungsprozesses von 49 Expert*innen aus 27 Institutionen entwickelt und soll durch gut abgestimmte Zusammenarbeit die Qualität und Resilienz des Tiroler Arbeitsmarktes auch in Zukunft gewährleisten.
Umgesetzt wird die Strategie für den „Arbeitsmarkt Tirol 2030“ in zwei Umsetzungsphasen (2023 – 2026, 2027 – 2030). In neun der 21 Maßnahmenfelder, mit denen die gemeinsam definierten strategischen Ziele bis 2030 erreicht werden sollen, wurden die inhaltlichen „Leads“ im Jahr 2024 vom Bereich Koordination der amg-tirol unterstützt:

- »Weiterentwicklung der Kinderbetreuungsangebote« (Lead: AMS Tirol)
- der themenspezifischen Arbeitsgruppe »Forschungsprojekt Mobilität und Kinderbetreuung«
- »Arbeitsmarktintegration von zugewanderten Personen« (Lead: AMS Tirol)
- der themenspezifischen Arbeitsgruppe »Informationsveranstaltungen für zugewanderte Personen«
- »Abbau von Rollenbildern am Arbeitsmarkt« (Lead: Land Tirol)

- »Weiterentwicklung des Förderangebots« (Lead: Land Tirol)
- der themenspezifischen Arbeitsgruppe zur »Abstimmung eines Leistungskataloges«
- »Etablierung Kompetenzerhebung/-anerkennung« (Lead: AK Tirol/WK Tirol)

- »Modulsystem zur Arbeitsmarktintegration« (Lead: Land Tirol)
- »Beratung und Begleitung vor und während geförderter Beschäftigung« (Lead: AMS Tirol)
- »Weiterentwicklung der niederschwelligen Beschäftigungsformen« (Lead: AMS Tirol)
- »Niederschwellige Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene« (Lead: AMS Tirol/SMS Tirol)
- der themenspezifischen Arbeitsgruppe zur »Arbeitsfähigkeit bis 25 (AF25)«
Zusätzlich wurden vom Beschäftigungspakt Tirol zwei ständige Arbeitsgruppen eingerichtet. Die Arbeitsgruppe »Zielmonitoring« dient dem Monitoring der quantitativen und qualitativen Zielindikatoren im Rahmen der Zielumsetzung. Die Arbeitsgruppe »Vorschläge zur Initiierung von MG« soll einerseits für die nötige Flexibilität in der Umsetzung sorgen und andererseits den Informationsfluss zwischen den Partnerinstitutionen des Beschäftigungspaktes Tirol optimieren.
Im Jahr 2024 wurden in Summe zehn Maßnahmenfeldgruppentreffen und sieben Treffen von strukturellen bzw. themenspezifischen Arbeitsgruppen von der amg-tirol koordiniert. Die AG »Zielmonitoring« hat ihre Arbeit am „Jahresbericht aus der Arbeitsgruppe ‚Monitoring‘ der Umsetzung der Strategie für den ‚Arbeitsmarkt Tirol 2030‘“ schriftlich durchgeführt.
Beschäftigungspakt Tirol
Das oberste Steuerungsgremium der Strategieumsetzung ist der Beschäftigungspakt Tirol als bewährtes kooperatives Fachgremium in arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitischen Angelegenheiten. Den Vorsitz des Gremiums, das von der amg-tirol koordiniert wird, hatte im Jahr 2024 das Land Tirol inne.
Europäischer Sozialfonds Plus
Der Europäische Sozialfonds ist das wichtigste finanzielle Instrument der Europäischen Union, um die Beschäftigungs- und Bildungschancen für alle Menschen in Europa zu erhöhen. Das österreichische ESF+ Programm baut auf den Erfahrungen der ESF-Periode 2014 – 2020 auf und soll bewährte Elemente weiterführen. In der Förderperiode 2021 – 2027 bilden die Umsetzung der Prioritäten Vereinbarkeit und Gleichstellung von Frauen und Männern, die Bekämpfung von Armut und Förderung der aktiven Inklusion und die Soziale Innovation die wesentlichsten Schwerpunkte in der Umsetzung.
Der Einsatz von ESF-Mitteln ist an komplexe inhaltliche und technische Vorgaben gebunden. Die amg-tirol unterstützt die „zwischengeschaltete Stelle“ (ZWIST), welche beim Land Tirol – Abteilung Gesellschaft und Arbeit angesiedelt ist, bei der Entwicklung, Begleitung und Umsetzung von ESF-kofinanzierten Projekten. Im Jahr 2024 begleitete die amg-tirol zwei Callentwicklungen sowie vier Projektumsetzungen, welche das Ziel verfolgen, erwerbstätige Personen vor Armutsgefährdung zu schützen, die Erwerbsbeteiligung und eigenständige Existenzsicherung von Frauen zu erhöhen, die Arbeitsmarktintegration von beim AMS Tirol vorgemerkten Personen zu verbessern und ein Unterstützungs- und Stabilisierungsangebot für Personen mit sehr geringer Beschäftigungsfähigkeit bereitzustellen. Des Weiteren unterstützte die amg-tirol das Land Tirol bei der technischen Abwicklung der Förderung „Weiterbildungsbonus Tirol“, bei der die berufliche Höherqualifizierung im Mittelpunkt steht.
Deutschkurskoordination Tirol – Integration, Bildung und Arbeitsmarkt im Fokus
Seit ihrer Gründung 2021 hat sich die Deutschkurskoordination Tirol (DKK) als zentrale Schnitt- und Anlaufstelle in der tirolweiten Deutschkurs- und Deutschlernlandschaft etabliert. Durch Vernetzung, transparente Informationsangebote und gezielte Fördertransparenz stärkt sie Integration, Bildung und Arbeitsmarkt nachhaltig. Die Verlängerung des Werkvertrags 2024 bestätigt die zentrale Bedeutung der DKK und sichert die Weiterentwicklung bis 2026.
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit der DKK ist die regelmäßige Vernetzung relevanter System- und Netzwerkpartner*innen – von Institutionen, die im gesetzlichen Auftrag agieren über Bildungsträger*innen bis hin zu Ehrenamtlichen, Initiativen und Beratungsstellen. Diese tirolweite Vernetzungsstruktur erfährt breite Unterstützung und schafft eine Grundlage für das Schließen von Lücken, optimiertes Schnittstellenmanagement und effiziente Informationsweitergabe.
Auf regionaler Ebene vernetzt die DKK in allen Tiroler Bezirken relevante Akteur*innen, bündelt Rückmeldungen und transferiert zentrale Informationen zurück in die Regionen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der direkte und regelmäßige Austausch zwischen den regionalen Akteur*innen. „Die Deutschkurskoordination bringt die verschiedenen Anbieter regionaler Sprachangebote regelmäßig an einen Tisch und fördert so den Austausch, die Kooperation und die abgestimmte Weiterentwicklung der Angebote“, so Lukas Falch, Integrationsbeauftragter der Marktgemeinde Telfs. Gleichzeitig wird durch regelmäßige Vernetzung und Informationsweitergabe die Verbindung zur Landesebene gestärkt, wie Kirsten Mayr vom Integrationsbüro Imst ergänzt: „Die regionalen Netzwerke erreichen damit besser zentrale Netzwerke in Innsbruck und können somit gut gebündelt werden“.
Neben den regionalen Vernetzungstreffen bietet, so Peter Warbanoff vom Verein komm!unity und Integrationsbeauftragter der Stadt Wörgl, „die Landkarte der Deutschförderangebote besondere Mehrwerte“. Mit deutschlernen-tirol.at steht eine flächendeckende Angebotslandkarte zur Verfügung, die Kursangebote, Fördermöglichkeiten und weitere Informationen übersichtlich darstellt. Sie hat sich als unverzichtbares Tool für Berater*innen und zunehmend auch für Deutschlernende etabliert und stellt laut Lukas Falch einen umfassenden „Überblick über die vielfältigen Sprachangebote zur Verfügung, sodass wir Klient*innen in der Beratung gezielt und bedarfsgerecht weitervermitteln können“.
Auch für die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit nicht deutscher Erstsprache spielt die DKK eine Schlüsselrolle. Sprachkompetenz ist Grundvoraussetzung für nachhaltige Beschäftigung und soziale Teilhabe. Die DKK fungiert als niederschwellige Erstanlaufstelle für Personen ohne Beratungssystem und unterstützt Systempartner*innen mit ihrem Fachwissen. „Chancengleichheit beginnt mit Sprache – Tirol wird durch die verlängerte Deutschkurskoordination stärker“, betont Romina Lorefice Campanile, Integrationsbeauftragte der Stadtgemeinde Schwaz.
Team der Deutschkurskoordination Tirol:
v.l.: Projektleitung Lisa Heinrich und Koordinatorin Sarah Vonmetz |
© amg-tirol
6. Regio-KOOP Vernetzungstreffen in Kufstein-Kitzbühel |
© amg-tirol
Bildung Beruf Beratung
Dem Bereich „Bildung Beruf Beratung“ der amg-tirol ist das Projekt „Bildungsberatung Netzwerk Tirol“ mit der bildungsinfo-tirol zuzuordnen. Hierbei wird allen Personen, die in Tirol leben, eine kostenlose, unabhängige und vertrauliche Beratung rund um die Themen Bildung und Beruf angeboten. Zudem zählt das vom Land Tirol finanzierte Projekt „Girls’ Day“ zum Bereich, bei dem bei Mädchen und jungen Frauen ein Bewusstsein für eine geschlechtersensible Berufswahl geweckt wird.
Projektleitung Bildung Beruf Beratung
Mag.a Nicole Eder
T 0512 56 27 91 – 304
E nicole.eder@amg-tirol.at
Bildungsberatung Netzwerk Tirol
Die amg-tirol ist im Rahmen der österreichweiten Initiative „Bildungsberatung Österreich“ einerseits Projektträgerin des Ländernetzwerkes Tirol und trägt damit die finanzielle und inhaltliche Verantwortung innerhalb des Netzwerkes. Weitere Partnerorganisationen in der Projektperiode Oktober 2023 bis Dezember 2026 sind die innovia gem GmbH, die Kammer für Arbeiter und Angestellte für Tirol sowie das AMS Tirol. Finanziert wurde das Projekt 2024 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, des Landes Tirol sowie der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Tirol.
bildungsinfo-tirol
Klarheit schaffen.
Bei allen Fragen rund um Bildung und Beruf. Tirolweit. Kostenlos.
Die bildungsinfo-tirol ist die Anlaufstelle für Fragen rund um Bildung und Beruf und schafft Klarheit bei Bildungs- und Berufsthemen. Wir bieten an neun Standorten in allen Tiroler Bezirken sowie online Informations- und Beratungsangebote an. Berufswege sind immer mehr geprägt von Phasen der Neuorientierung, der Veränderung oder der Weiterbildung. Hier setzt die bildungsinfo-tirol mit der anbieterneutralen Beratung an und bietet Unterstützung beim Planen, Treffen und Umsetzen von Bildungs- und Berufsentscheidungen. Zudem werden laufend aktuelle Themen rund um den gesellschaftlichen, ökologischen und digitalen Wandel im Zusammenhang mit der Bildungs- und Berufsberatung in unsere Arbeitspakete integriert.
Ein besonderer Schwerpunkt im Jahr 2024 lag auf der Etablierung der Messengerberatung als innovatives, niedrigschwelliges Beratungsformat. Ergänzend zu den bereits bestehenden Möglichkeiten – Face-to-Face, Video, E-Mail und Telefon – wurde damit ein weiterer Kommunikationskanal eröffnet, der sich speziell an die Mediennutzung unterschiedlicher Zielgruppen anpasst. Über Plattformen wie Instagram, WhatsApp und Facebook können Ratsuchende unkompliziert und flexibel in Kontakt treten, erste Fragen stellen und bei Bedarf in eine vertiefte Beratung übergeleitet werden. Damit wird nicht nur die Reichweite der Bildungs- und Berufsberatung erhöht, sondern auch die Hemmschwelle gesenkt, insbesondere bei jungen Menschen oder Personen, die digitale Kommunikationswege bevorzugen.
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Girlsʼ Day Tirol
Der Girlsʼ Day Tirol eröffnet Mädchen jedes Jahr die Möglichkeit, ihre gewohnten Lernräume zu verlassen und direkt in Betrieben zukunftsorientierte Berufsfelder kennenzulernen. Statt nur über Berufsbilder zu hören, können 13- bis 17-jährige Schülerinnen technische, handwerkliche, naturwissenschaftliche und informationstechnologische Arbeitsbereiche praktisch erproben und ihre Eignung dafür testen
Über den Aktionstag hinaus hat sich der Girlsʼ Day zu einer ganzjährigen Initiative entwickelt, die sowohl in Tirol als auch österreichweit zu einem festen Bestandteil von schulischer Berufsorientierung und Unternehmenskooperationen geworden ist. Zentrale Ziele sind dabei das Aufbrechen traditioneller Rollenbilder, die Förderung von gesellschaftlicher und beruflicher Chancengleichheit, die Erweiterung der beruflichen Perspektiven sowie das Empowerment von Mädchen.
Das Projekt bietet praxisnahe Einblicke in Berufsfelder mit Zukunft und unterstützt Mädchen dabei, ihre Stärken zu entdecken, Selbstvertrauen zu entwickeln und untypische Berufswege als reale Option wahrzunehmen. Gleichzeitig werden Lehrpersonen, Eltern, Erziehungsberechtigte und Mitarbeitende der teilnehmenden Unternehmen für die Bedeutung einer geschlechtersensiblen Berufswahl sensibilisiert. Der Girlsʼ Day Tirol trägt damit zu mehr Chancengerechtigkeit und Vielfalt auf dem Arbeitsmarkt bei und zeigt, dass berufliche Entscheidungen unabhängig vom Geschlecht getroffen werden können. Finanziert wird das Projekt Girlsʼ Day Tirol durch das Land Tirol, Abteilung Gesellschaft und Arbeit.
Die Schülerinnen mit Spaß bei der Sache im Unternehmen ACP | © ACP
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Ausbilderforum Tirol
Die Servicestelle für alle, die in der Lehrlingsausbildung tätig sind
Das Ausbilderforum Tirol ist eine Initiative von Land Tirol, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und ÖGB. Als Servicestelle für Lehrlingsausbilder*innen organisiert das Ausbilderforum ein tirolweites Kurs- und Veranstaltungsprogramm.
Projektleitung
Katharina Hechl MA
T 0512 56 27 91 – 501
E katharina.hechl@amg-tirol.at
© Ausbilderforum | Inn Frame
Ausbilder*innen-Akademie 2024
Im Jahr 2024 bot das Ausbilderforum diverse praxisnahe und branchenübergreifende Online- und Präsenzseminare in Imst, Innsbruck, Kufstein, Lienz, Schwaz und Reutte an. Insgesamt konnten bei den Weiterbildungsmaßnahmen des Ausbilderforums (32 Seminare im Kursprogramm und 6 Firmenschulungen) im Zeitraum Jänner-Dezember 2024 370 Teilnahmen verzeichnet werden.
Ausbilder*innen-Stammtische 2024
© Thomas Eberharter Photography
Im Jahr 2024 organisierte das Ausbilderforum fünf Ausbilder*innen-Stammtische mit Betriebsführungen, Impulsreferaten zu Ausbildungsthemen und Gelegenheit zum Austausch. Dabei konnten insgesamt 120 Teilnehmer*innen begrüßt werden. Gastgeber der Stammtische waren folgende Lehrbetriebe:
• Sebastian Gitterle GmbH (Landeck)
• Opbacher Installationen GmbH (Fügen)
• Loacker Konfekt GmbH (Heinfels)
• Botanischer Garten der Universität Innsbruck (Innsbruck)
Ein fünfter Stammtisch wurde eigens für Diplomierte Lehrlingsausbilder*innen in einem Lokal in Innsbruck organisiert.
Lehrlingsausbilder*innen-Kongress 2024
Das Ausbilderforum und die Binderholz GmbH luden am 8. November 2024 zum 27. Tiroler Lehrlingsausbilder*innen Kongress nach Fügen. Rund 160 Gäste folgten der Einladung an den Zillertaler Firmenstammsitz.
© Ausbilderforum | Inn Frame
Auf dem Programm standen:
- Werksführungen durch die Binderholz GmbH
- Keynote von Prof. Kathrin Sevecke zum Thema „Psychische Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen – ein Recht für alle?”
- Präsentation von Best Practice Projekten von Lehrlingsausbilder*innen
- Verleihung der Zertifikate der Qualifikationsstufe I und II und Diplome zur*m Diplomierten Lehrlingsausbilder*in des Landes Tirol.
Als besonderes Highlight durften am Kongress eine Rekordzahl an insgesamt 62 Zertifikaten und Diplomen ausgegeben werden, was die Attraktivität der Auszeichnung unterstreicht.
Finanzierung und Partner*innen
Land Tirol I AK Tirol I WK Tirol I ÖGB Tirol I BFI Tirol I WIFI Tirol
Koordinierungsstelle AusBildung bis 18 Tirol und Ausbildung – Beruf (KOST Tirol)
Die Koordinierungsstelle AusBildung bis 18 und Ausbildung – Beruf Tirol (KOST Tirol) unterstützt als intermediäre Einrichtung einerseits den Fördergeber Sozialministeriumservice Tirol (SMS Tirol) bei der Umsetzung der AusBildung bis 18, andererseits die unterschiedlichen Kooperationssysteme und Systempartner*innen am Übergang von der Schule in den Beruf.
Projektleitung KOST Tirol
Mag.a Anja Fuchs, BA
T 0512 56 27 91 – 404
E anja.fuchs@amg-tirol.at
AusBildung bis 18
Seit 2016 gilt in Österreich das Ausbildungspflichtgesetz. Dieses zielt darauf ab, dass Jugendliche einen über die Pflichtschule hinausgehenden Abschluss erreichen. Junge Menschen sollten so gut wie möglich auf die wachsenden Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet werden.
Jene Tiroler Jugendliche, die die Ausbildungspflicht nicht erfüllen, werden der KOST Tirol gemeldet. Diese nimmt daraufhin im Rahmen der administrativen Fallbegleitung Kontakt mit den entsprechenden Jugendlichen und deren Erziehungsberechtigten auf. Dabei ist die KOST Tirol in intensivem Austausch mit den weiteren Unterstützungsangeboten, dies sind v.a. das Jugendcoaching und das AMS.
Ausbildung – Beruf
Die KOST Tirol fördert die Vernetzung, Abstimmung und den Erfahrungsaustausch aller beteiligten Akteur*innen auf Ebene der Entscheidungsträger*innen, der Fachöffentlichkeit sowie der Multiplikator*innen. Sie trägt zur Transparenz des vorhandenen Unterstützungsangebotes für Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren am Übergang von der Schule in den Beruf bei. In Tirol gibt es aktuell 64 Angebote dafür. Seit Anfang 2024 gilt eine neue gesetzliche Regelung zur Arbeitsfähigkeit junger Menschen unter 25 Jahren mit Behinderungen und eingeschränkter Arbeitsfähigkeit. Diese dient der Förderung der Beschäftigung und Inklusion dieser Personengruppe. Die KOST Tirol bietet als regionale Informations- und Servicestelle Erstberatung zu den Leistungen und Angeboten in diesem Bereich an.
Zahlen und Fakten
Begegnungscafés in den Tiroler Bildungsregionen zur Vernetzung des schulischen und außerschulischen Unterstützungssystems in Kooperation mit dem Fachbereich Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik (FIDS) der Bildungsdirektion
KOST Fachtagung zum Thema erfolgreiche Elternarbeit
bearbeitete Einmeldungen
betreffend der
Ausbildungspflicht
Begleitungen von ausbildungspflichtverletzenden Jugendlichen
Serviceline-Anfragen von Eltern/Erziehungsberechtigten oder Jugendlichen
Vernetzungen und Veranstaltungen, bei denen die KOST einen aktiven Beitrag geleistet hat
InfoMails zur Sicherung des Informationsflusses
Laufende wissenschaftsbasierte Analysen und Auswertungen quantitativer und qualitativer Daten