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Ausbilder*innen-Stammtisch bei der Seilbahn Komperdell GmbH
30
Jun
Am 22. Juni durfte das Ausbilderforum gemeinsam mit der Seilbahn Komperdell GmbH zu einem ganztägigen Ausbilder*innen-Stammtisch nach Serfaus einladen. Am Programm standen dabei eine Präsentation der Lehrlingsausbildung und Lehrlingsakademie, ein Vortrag sowie eine Fahrt mit der Seilbahn und viel inhaltlicher Austausch.
Ankunft und Begrüßung
Der Stammtisch begann mit einer kleinen Besonderheit. Nach dem Eintreffen der Gäste am Ortseingang fuhr man gemeinsam mit der Serfauser U-Bahn zur Talstation der Seilbahn. Im Verwaltungsgebäude begrüßte Geschäftsführer Ing. Stefan Mangott die anwesenden Ausbilder*innen. In seinen Grußworten beschrieb der Geschäftsführer, wie sich das Hochplateau Serfaus-Fiss-Ladis zu einer Familien- und Sommerdestination entwickelt hat.
Dabei hob er hervor, dass die Entwicklung zu einer namhaften Marke auf einer erfolgreichen Partnerschaft und innovativen strategischen Ausrichtung beruht. So fokussiert man sich bei den Zielgruppen bewusst auf Familien mit Kindern und sogenannte Genießer*innen. Für sie schafft man etwa gute gastronomische Angebote fernab von Massenabfertigung. Für Familien mit Kindern investiert man in diverse Freizeitattraktionen wie Erlebnisparks, Kinderclubs oder eine Spiel- und Kletterwelt. Große Bedeutung kommt laut Ing. Stefan Mangott mittlerweile auch dem Biken zu, wo man sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und Profis immer mehr Trails zur Verfügung stellt.

Präsentation der Lehrlingsausbildung und -akademie
Nach diesem interessanten Überblick übergab Ing. Stefan Mangott das Wort an Roland Müller. Der Lehrlingsverantwortliche der Seilbahn Komperdell GmbH erzählte den Gästen, dass man derzeit sieben Lehrlinge in den Berufen Seilbahntechnik, Seilbahntechnik mit Elektrotechnik und KFZ-Technik ausbildet. Zusätzlich kann das Unternehmen auch einzelne Berufe im Büro-, Handels- und Gastrobereich ausbilden. Insgesamt hat man seit 2009 bereits 37 Lehrlinge erfolgreich ausgebildet. Besonders stolz ist man darauf, dass man bereits drei weibliche Seilbahntechnikerinnen ausbildet. Generell sei die Nachfrage nach diesem Lehrberuf derzeit sehr hoch, betonte Roland Müller.
Der Lehrberuf Seilbahntechnik ist nämlich sehr vielfältig: man verrichtet Revisionsarbeiten und elektrotechnische Arbeiten, macht aber auch Spezialeinsätze, etwa mit dem Hubschrauber. Durch die Einbindung in den Fahrdienst und die Arbeit in verschiedenen Stationen erleben die Lehrlinge den gesamten Betrieb. So gewinnen sie einen Blick auf das „große Ganze“. Roland Müller hob dabei hervor, dass jede Station über eine Person mit Ausbildertraining verfügt. Auch eine eigene Lehrwerkstätte ist derzeit in Planung.
An Benefits kann die Seilbahn Komperdell u.a. auf kostenloses Mittagessen, Skipässe und Transportmöglichkeiten verweisen. Roland Müller betonte in diesem Zusammenhang auch, dass Lehrlinge gute Aufstiegschancen haben. In der Tat sind ehemalige Lehrlinge des Unternehmens Betriebsleiter in anderen Seilbahnunternehmen geworden. Insofern begreift man sich auch nicht in einem Konkurrenzverhältnis zu anderen Seilbahnen, sondern ist sich bewusst, dass man Fachkräfte für die gesamte Branche ausbildet.
Auch der Aspekt der Persönlichkeitsbildung ist dem Unternehmen ein Anliegen. Alexander Alscher, der seit vielen Jahren die Lehrlingsakademie begleitet, schilderte die Entwicklung dieses Projekts. Hintergrund der Akademie war der Wunsch, die Lehrlinge auf den Kontakt mit Gästen vorzubereiten und auch dafür zu motivieren. Daher organisierte man im Laufe der Jahre diverse Ausflüge und Events, die zur Stärkung des Teamgefüges und der sozialen Kompetenzen dienten. Mit der Zeit wurden die Lehrlinge immer stärker auch in die Planung dieser Aktivitäten eingebunden. Im Zuge eines Seifenkistenrennens planten die Lehrlinge etwa gruppenweise die Streckenführung, legten Wege an, organisierten die Zeitmessung und kümmerten sich um Sicherheitsaspekte. Dabei konnten sie ganz nebenbei Teambuilding betreiben und auch ihre organisatorischen Kompetenzen schärfen.
Vortrag „Vom Lehrling zum Betriebsleiter“
Dass der Ausdruck „Karriere mit Lehre“ auch auf die Seilbahn Komperdell zutrifft, beweist der heutige Betriebsleiter Mario Lenz. In seinem Vortrag „Vom Lehrling zum Betriebsleiter“ beschrieb er den Gästen seinen beruflichen Werdegang vom Lehrling bis hin zu seiner heutigen Position. Nach seiner Seilbahntechniklehre in Serfaus hat es ihn mittlerweile nach verschiedenen Stationen wieder zurück in den ehemaligen Lehrbetrieb verschlagen.
Mario Lenz betonte dabei, dass ihm das gute Miteinander im Betrieb in Erinnerung geblieben sei und ihn veranlasst habe, wieder in den Betrieb zurückzukehren. Die Seilbahntechniklehre hat ihm gut gefallen, da sie sehr abwechslungsreich war. Für seine spätere Laufbahn habe sie ihm auch wichtige Kompetenzen vermittelt. So arbeitet man laut dem Betriebsleiter bereits in der Lehre sehr sorgfältig und entwickelt ein hohes Sicherheits- und Verantwortungsbewusstsein. Zudem entwickelt man etwa bei Bahnstillständen eine hohe Stressresistenz und Problemlösungskompetenz, weil man in diesen Situationen andere Kolleg*innen im Betrieb unterstützt und dabei auch mitlernt.



Diskussion: Aktuelle Themen in der Ausbildung
Nach dem Vortrag tauschten sich die anwesenden Ausbilder*innen zu aktuellen Themen in der Lehre aus. Im Vordergrund stand dabei das Thema „Benefits für Lehrlinge“. Bei der Seilbahn Komperdell stellt man Lehrlingen etwa kostenlos Transport, hochwertige Arbeitskleidung und Essen zur Verfügung. Zudem gibt es Skipässe und die Möglichkeit, den Anwärterkurs für Skilehrer*innen kostenlos zu absolvieren. Weiters gibt es Boni beim Erreichen definierter Ziele.
Die anwesenden Ausbilder*innen tauschten sich darüber aus, welche Benefits ihre jeweiligen Betriebe Lehrlingen anbieten. Viele merken besonders auf Messen oder bei Einstellungsgesprächen eine gewisse Erwartungshaltung bei interessierten Lehrlingen. Diese oder auch ihre Eltern haben oft klare Vorstellungen was Gehalt und Benefits betrifft und ziehen auch Vergleiche zwischen infrage kommenden Lehrbetrieben.
Hier verspüren viele Ausbilder*innen einige gewisse Notwendigkeit, mit anderen Betrieben mitzuziehen, um keinen Wettbewerbsnachteil zu haben. Schließlich sei die eigene Webseite mit Informationen zu Gehalt und Benefits wie ein Lebenslauf, der Lehrlingen einen ersten Eindruck vom Unternehmen vermittelt. Allerdings gab man in der Runde zu bedenken, dass man hier kleine Unternehmen zurücklasse, die bei vielen Benefits wie dem Führerschein finanziell nicht mithalten können. Zudem befürchtet man, dass man Lehrlingen mit zu großzügigen Konditionen oder Benefits ein Bild vom Arbeitsleben vermittelt, das sie nach ihrer Lehre nicht mehr vorfinden.
Vielmehr haben die Gäste den Eindruck, dass Gehalt und Benefits zwar gewisse Anreize bieten, aber letztendlich Betriebsklima und sinnstiftende Arbeit den Ausschlag für einen Verbleib im Betrieb bieten. Gut organisierte Schnuppereinheiten können hier schon einen guten ersten Eindruck vermitteln und den Lehrlingen zeigen, ob der Betrieb zu ihnen passt.
Betriebsbesichtigung und Ausklang
Nach der Diskussion durften die Gäste mit der Alpkopfbahn zur Zwischenstation fahren und im Restaurant Seealm Hög zu einem ausgezeichneten Mittagessen einkehren. Gestärkt ging es dann zur Besichtigung der Freizeitattraktionen vor Ort. Die anwesenden Ausbilder*innen durften dann eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn Familien-Coaster-Schneisenfeger wagen oder gemütlich um den Högsee spazieren. Anschließend fuhr man voller interessanter Eindrücke gemeinsam zurück ins Tal.
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