Herausforderungen für
Jugendliche mit psychischen
Belastungen in Tirol

Für die regionale Netzwerkarbeit im Bereich Ausbildung – Beruf ist es eine zentrale Aufgabe der KOST Tirol, den Austausch zwischen den Systempartner:innen zu fördern, den Informationsfluss zu unterstützen und dadurch aktuelle Bedarfe und Herausforderungen zu identifizieren.
deutlicher Anstieg der psychischen Belastungen bei Jugendlichen
In den letzten Jahren ist ein deutlicher Anstieg der psychischen Belastungen und der Diagnosen psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen festzustellen. Eine Befragung der KOST Tirol im Netzwerk zeigt, dass für immer mehr Jugendliche die eigene psychische Gesundheit eine zentrale Herausforderung für ihre Lebenssituation darstellt. Dies bestätigt auch die 2025 veröffentlichte Post-Covid-Kinderstudie der Medizinischen Universität Innsbruck. Bereits vor der Covid-Pandemie war ein Anstieg zu beobachten, der sich seitdem weiter verstärkt hat. Globale Krisen und das allgemeine Fehlen von vermeintlichen Zukunftsperspektiven werden hier als zentrale Herausforderungen gesehen.
Aus der intensiven Zusammenarbeit im Netzwerk Ausbildung – Beruf geht hervor, dass bei Jugendlichen ein intensiverer und langfristiger Entwicklungsbedarf gegeben ist und vermehrt die psychische Stabilisierung statt der Qualifizierung im Vordergrund steht. Dies betrifft sowohl den schulischen als auch den außerschulischen Bereich. Ein weiterer Ausbau der professionellen Unterstützungsstruktur ist daher notwendig, damit allen Jugendlichen Unterstützung bei der Bewältigung psychischer Belastungen ermöglicht werden kann. In Tirol gibt es für einige Problematiken, wie etwa Suchterkrankungen, bislang keine spezialisierten Unterstützungsprojekte, welche sich auf die Zusammenarbeit mit Jugendlichen spezialisiert haben. Die Versorgungslandschaft muss verstärkt regional ausgebaut und individuell an die jeweiligen Anforderungen der Jugendlichen angepasst werden, um flexibel und passgenau auf unterschiedliche Lebenssituationen eingehen zu können.
Versorgungslandschaft muss verstärkt ausgebaut werden
Zur Unterstützung sind dabei die Projekte Gesund aus der Krise und #change positiv hervorzuheben, welche klinisch-psychologische und gesundheitspsychologische Beratung und Behandlung für Jugendliche ermöglichen und vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gefördert werden.
Auch das Home-Treatment-Konzept der Kinder- und Jugendpsychiatrie Hall in Tirol ist zentral für die Angebotslandschaft in Tirol. In diesem Pilotprojekt unterstützen seit 2023 mobile, interdisziplinäre Versorgungsteams Kinder und Jugendliche individuell an deren Wohnort. Das Inkrafttreten des neue Psychotherapiegesetz mit 01. Jänner 2025 ermöglicht überdies eine weitere Flexibilität in der Versorgung. Erstmalig kann eine psychotherapeutische Begleitung bei fachlicher oder örtlicher Notwendigkeit vollständig online durchgeführt werden. Dies sorgt für eine erweiterte Niederschwelligkeit, insbesondere in ländlichen Regionen und kann mobilitätseingeschränkten Personen den Zugang zu einer Therapie erleichtern.
Die bestehenden Angebote, die Jugendliche akut und präventiv auf vielfältige Weise unterstützen, sind essenziell für die Tiroler Angebotslandschaft. Dennoch ist ein weiterer Ausbau der Unterstützungssysteme erforderlich, da die Komplexität der Problemlagen bei Jugendlichen weiterhin zunimmt. Für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration und langfristige Beschäftigungsverhältnisse ist auch für Betriebe eine Auseinandersetzung mit der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeitenden und Lehrlinge gewinnbringend.
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Links zu den angeführten Studien und Angeboten
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